Was sie über Rom noch nicht wussten oder gar nicht wissen müssen!


Zwischen den vielen "klassischen" Sehenswürdigkeiten in Rom schlummern sehr viele weitere interessante sowie kuriose Dinge und Orte, die man im ersten Moment nicht oder nur unbewusst wahrnimmt.

 

111 Orte in Rom die man gesehen haben muss

Autor: Annett Klingner ISBN: 978-3-95451-219-5

 

Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Allerdings eher für die, die bereits einmal in Rom waren bzw. öfter dorthin reisen. Es gibt sehr viel interessantes zu entdecken und auch UNNÜTZES WISSEN zu erfahren :)

 

Zum Beispiel ist in dem Buch die Geschichte des kleinsten Obelisken (Elefanten-Obelisken) vor der Kirche S. Maria sopra Minerva (am Pantheon) beschrieben. Diesen habe ich damals auch fotografiert und war in der Kirche, allerdings habe ich ihn nicht bewusst wahr genommen.

 

Einige aus dem Buch ausgewählte Geschichten möchte ich Euch hier vorstellen und zitieren.

Viel Spaß beim lesen!

Anmerkung: die fehlenden Bilder bei manchen Berichten werden nachgereicht, sobald ich selbst an diesen Orten war und Bilder gemacht habe ;)


Der Meridian - ein Kalender auf dem Petersplatz

 

"Nicht alle wissen, dass quer über die Piazza San Pietro ein Meridian verläuft", sagte Benedikt XVI. am 21.12.2008 während des Angelus-Gebets.

So lange noch keine präzisen Uhren zur Verfügung standen, rief man die Gläubigen durch Kirchenglocken zum Gebet. Ihr Läuten orientierte sich an Sonnenuhren. Auch auf dem Petersplatz wurde 1817 eine angelegt. Der Obelisk diente ihr als Schattenstab. Sie existiert nicht mehr, der Meridian funktioniert aber immer noch als Kalender. Seine 45 Meter lange Linie aus rotem Granit und Messing erstreckt sich von der Platzmitte in Richtung der rechten Kolonnaden. An Sonnentagen lässt sich gut beobachten, wie der Schatten des Obelisken langsam über das Pflaster wandert und zur Mittagszeit die markante Linie erreicht, in die Marmorscheiben mit den Namen der Tierkreiszeichen und beider Sonnenwenden eingelassen sind. Die Position des Schattens vom Kreuz der Obeliskspitze markiert dort den aktuellen Monat.


Die Nasoni - Das beste Trinkwasser gibt es gratis

 

Seit der Kaiserzeit wurde das Wasser über Aquädukte nach Rom gebracht. Sie führten in einer solchen Menge Quellwasser aus den Gebirgen in die Ewige Stadt, dass die Einwohner nicht nur zu jederzeit genügend zu trinken hatten, sondern zu Beginn des 4. Jahrhunderts elf große kaiserliche Thermen, über 900 Badehäuser und zahlreiche Privathaushalte versorgt werden konnten. Später garantierten öffentliche Brunnen auf den zahlreichen Plätzen, dass Menschen und Tiere stets frisches Wasser bekamen.

Heute sollte man aus den monumentalen Schmuckbrunnen besser nicht mehr trinken. Häufig warnen auch Schilder mit der Aufschrift "Aqua non potabile" davor. Dafür gibt es über 2.500 Wasserspender, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Die 1,10 Meter hohen Hydranten bestehen aus Gusseisen, werden von den Römern liebevoll "Nasoni" (große Nasen) genannt und laden zum sofortigen Verbrauch oder dem Auffüllen mitgebrachter Wasserflaschen ein.


Das Haus des Henkers - wo der Vollstrecker im Dienste des Papstes lebte

 

Um Giovanni Battista Bugatti (1779-1869) machten die Leute einen großen Bogen. Denn "Mastro Titta" war der Scharfrichter des Kirchenstaates. Den ersten Mörder hängte er mit 17 und erledigte in den folgenden 68 Jahren nicht weniger als 516 Exekutionen für den Papst, meist Enthauptungen. Zeitgenossen beschreiben Mastro Titta keineswegs als rohe Todesmaschine. Im Gegenteil: Er sei ein kleiner, kräftiger, stets gut gekleideter und harmlos wirkender Mann, der häufig gelächelt und ängstliche Passanten bekreuzigt habe. Auf Todeskandidaten redete er beruhigend ein und bot ihnen als letzte Geste eine Prise Schnupftabak an.

In Zeiten der Ruhe führte Bugatti ein bescheidenes Leben, bemalte und verkaufte Sonnenschirme an Touristen. Um klarzustellen, dass er nicht des Geldes wegen tötete, bezog er pro Exekution nur einen symbolischen Lohn von drei Centesimi (ca. 0,01 Euro). Sein Gehalt bestand aus Anteilen an bestimmten Steuern, die er unabhängig von der Zahl der Hinrichtungen bezog. Auch eine Dienstwohnung im Vicolo del Campanile 2 gehörte dazu. Diese durfte er jedoch nur für Amtsgeschäfte verlassen. Sie diente zu seinem Schutz. Zuweilen versuchten Nahestehende der Verurteilten, Rache am Henker zu nehmen.

Heute ist das Gebäude ein unscheinbares Mietshaus. Und nur selten sucht jemand dort nach Spuren des berühmten Vatikan-Henkers.


Der Leuchtturm - Dabei liegt Rom gar nicht direkt am Meer

 

An Feiertagen strahlt ein Leuchtfeuer in den italienischen Nationalfarben vom Hügel Gianicolo. Es kommt von einem Leuchtturm. Dabei ist da Meer fast 30 Kilometer entfernt. 1911, zum 50 Jährigen Jubiläum der Gründung des Königreiches Italien, hatte eine Gruppe nach Argentinien ausgewanderter Italiener den Architekten Manfredo Manfredi beauftragt, ihrer Heimat ein besonderes Bauwerk zu errichten. Für den neuen Auftrag ließ er hellen Botticino (lombardischen Kalkstein) brechen und entwarf einen 2o Meter hohen, schlanken Turm. Diesen baute er auf dem Gianicolo - an der Stelle, an der 1849 französische Truppen, die von Papst Pius IX. gegen die neu gegründete Römische Republik zu Hilfe gerufen worden waren, mit den von Giuseppe Garibaldi angeführten Freiwilligen kämpften. Dieser Ort wird im Volksmund "Balkon Roms" genannt, weil die Aussicht auf die Ewige Stadt von dort aus grandios ist. Der Turm ist heutzutage nicht mehr begehbar.


Passetto di Borgo - Der Fluchtweg der Päpste

 

Mitte des 9. Jahrhunderts lag der Vatikan noch außerhalb der Stadtmauern und war auch noch nicht Amtssitz und Residenz der Päpste. Doch bereits damals wurder der "Mons vaticanus" als Kreuzigungs- und Begräbnisort des Apostels Petrus verehrt. Als Papst Leo IV. (790-855) den Angriff durch Sarazenen befürchtete, ließ er den Wallfahrtsort sowie einen Teil des Viertels Borgo von einer hohen Mauer umgeben. Sie trägt seinen Namen, auch das umschlossene Gebiet wurde nach ihm Città Leonina (Leo-Stadt) genannt.

Im Rahmen von Restaurierungsarbeiten Ende des 13. Jahrhunderts gab Papst Nikolaus III. einen geheimen Gang in einem 800 Meter langen Stück der Mauer, welches vom Apostolischen Palast zur Engelsburg führt, in Auftrag. Die Lauffläche liegt unterhalb der Zinnen und ermöglichte, das gesamte Gebiet unbeobachtet einzusehen, zu überwachen oder sogar anzugreifen. Beim Sacco di Roma (1527) verhalf der geheime Weg Papst Clemens VII. zur Flucht vor marodierenden Landsknechten. Später diente er dem unauffälligen Transport hochrangiger Gefangener zu den Verliesen der Engelsburg, wurde jedoch ab Ende des 18. Jahrhunderts vernachlässigt.

Normalerweise kann der Passetto nur von der Straße aus betrachtet werden. Während der Sommermonate ist er aber gelegentlich im Rahmen der "notti animate sulle terrazze di Castel Sant Angelo" für Führungen geöffnet.

Adresse: Zwischen Piazza della Leonina Città und Lungotevere Castello (dort Eingang bei Führungen)


Die Sechs-Stunden Uhr - in Rom tickt die Zeit oft anders

 

Eine Kuriosität versteckt sich im Innenhof des Palazzo del Commendatore. Direkt gegenüber dem Eingang auf dem Dach thront eine ungewöhnliche Uhr aus dem Jahre 1827. Der verfallene Zeitmesser hat nur einen Zeiger in Form eines Salamanders. Und ebenso wie die Zifferblätter einiger weiterer Uhren an römischen Kirchen und historischen Gebäuden zeigt auch dieses bloß die Zahlen von eins bis sechs an.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Zeit in Rom in "italienischen Stunden" gezählt. Der neue Tag begann immer mit Sonnenuntergang. In Abhängigkeit von den Jahreszeiten variierte dieser Moment, ebenso die Länge der Stunden. Diese Art der Zeitmessung richtete sich nicht nach einem gleichförmigen metrischen System, sondern nach den Erfordernissen des Alltags. Zum Sonnenuntergang läuteten die Kirchenglocken, und in den Gotteshäusern wurde das Ave Maria gesungen. Bei Sonnenaufgang läuteten die Glocken wieder: Bauern, Handwerker, Adlige und Geistliche beteten. Danach gingen alle an ihr Tagwerk. Stand die Sonne am höchsten, war es Zeit für die Mittagsmahlzeit; und wenn die Dämmerung einsetzte, machte man sich auf den Heimweg.

Nach der Ausrufung der Römischen Republik im Jahr 1798 gab es erste Versuche, die Uhren an das im restlichen Europa übliche System anzupassen, bei dem die Tage um Mitternacht beginnen und in 24 Stunden zu je 60 gleich langen Minuten eingeteilt sind. Doch schon 1799, nach dem Niedergang der Republik, kehrten die Römer zu ihrer gewohnten Methode zurück. Erst Papst Pius IX. gelang es ab Mitte des 19. Jahrhunderts, die neue Zeitmessung zu etablieren.

Adresse: Borgo Santo Spirito 3, 00193 Rom

weitere 6 Stunden Uhren sind in dem Buch vermerkt.


Der gesäuberte Platz - Zu früh gelobt

 

Wer Rom besucht, möchte das Pantheon sehen. Das hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert. Schon immer wollten die Besucher in der Sichtweite der Kirche sitzen, den Moment genießen und sich stärken. Alte Stiche Zeigen, wie das noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts aussah: Rund um die Piazza della Rotonda gab es Holzhäuser mit Trattorien. Manche waren offen und boten eine tolle Aussicht, andere empfingen ihre Gäste drinnen. Und dann gab es auch Stände, an denen ein schneller Imbiss verkauft wurde.

In den ersten Jahren seiner Regentschaft störte sich Papst Pius VII. (1800-1823) nicht daran. Vielleicht hatte er aber auch keine Zeit für Stadtspaziergänge aufgrund seines Dauerkonfliktes mit Napoleon. Im Jahr 1808 wurde er sogar festgenommen und kam erst sieben Jahre später nach Rom zurück.

Nun waren ihm die Gasthäuser vor dem Pantheon plötzlich lästig. Er ließ sie abreißen und eine große Tafel am gegenüberliegenden Haus anbringen, auf der steht:

 

"Papst Pius VII. hat im 23. Jahr seines Pontifikats das Areal vor dem Pantheon, das mit unvornehmen Tavernen besetzt war, durch den umsichtigen Abbruch von seiner Verunstaltung befreit und sich zu freiem Ausblick auf den Ort darbieten lassen."

 

Doch manchmal karikiert die Geschichte selbst die Lobeshymnen auf einen Stellvertreter Gottes. Denn bis vor Kurzem befand sich direkt unter diesem Schild die Filiale eines großen amerikanischen Fastfood Konzerns. Diese ist zwar inzwischen verschwunden, aber nicht wegen der "Unvornehmheit" ihres Speiseangebots, sondern weil Burger-Läden zwar bei Touristen boomen, bei Italienern aber kaum gefragt sind.

Heute gibt es 13 Trattorien, Cafés und Imbissläden rund um die stets belebte Piazza.

Was Pius VII. wohl dazu sagen würde.....

ANMERKUNG:

auf dem 2. Bild von rechts seht ihr genau eben dieses SCHILD - an dem mittleren Haus im unteren Teil! Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme habe ich auch diese Geschichte noch nicht gekannt und so ist das Bild eher zufällig entstanden. :)


Die Innereien der Päpste -

Ruhestätte für edles Gedärm

 

Jeder am Trevi Brunnen hat nur Augen für den selbigen.....fast niemand nimmt die Kirche "Santissimi Vincenzo e Anastasio" wahr - kein Wunder - denn in der Regel hat man diese Kirche im Rücken während man den Brunnen begeistert betrachtet. Das besondere an der Kirche ist die makabre Geschichte, die sich wortwörtlich "in Ihr" verbirgt. Hinter zwei unauffälligen Marmorplatten rechts und links des Altars sind die Innereien von rund zwei dutzend Päpsten aufbewahrt.

Die Organentnahme hat mit dem traditionellen päpstlichen Bestattungsritual zu tun. Die Verstorbenen sollten gebührend verabschiedet werden, das geschah durch ein mehrtätiges Zeremoniell. Währenddessen waren die Körper über längere Zeit öffentlich aufgebahrt. Das führte - gerade im Sommer - zu massiven Problemen, deshalb mussten die Eingeweide raus.

 

Warum gerade diese Kirche? Dies liegt an der Wohngeschichte der Päpste. Diese wohnten seit dem 16. Jahrhundert und bis zum Ende des Kirchenstaates im Jahr 1870 im Sommer auf dem Quirinal. Und die zuständige Pfarrkirche war ebendiese am Fuße des Hügels.


Die Kapelle der Päpstin

 

Der ein oder andere hat es vielleicht schon mal gehört: es soll laut einer Sage tatsächlich eine weibliche Päpstin Namens Johanna gegeben haben. Diese wurde im 9. Jahrhundert in Mainz geboren und vom Vater entgegen der Regeln unterrichtet. Um weiter studieren zu können, musste sie sich als Mann verkleiden und bereiste entweder England oder Griechenland. Von dort aus ging es letztendlich nach Rom, wo sie sich derart als klug erwies, dass sie an der Kurie Karriere machte und sogar zum Papst gewählt wurde.

Doch zweieinhalb Jahre später kam es zum Eklat. Während einer Prozession ging es dem Pontifex sehr schlecht, und der päpstliche Zug musste in Höhe der heutigen Via die Quereceti/Ecke Via die Santi Quattro anhalten.

Dieser rutschte vom Pferd, krümmte sich auf dem Boden - und gebar ein Kind.

Es wird berichtet, dass der falsche Papst sofort starb - andere sagen, die aufgebrachte Menge hätte ihn totgeschlagen. Die heutigen Historiker sind sich jedoch sicher, dass alles erfunden ist, und  nie eine Frau als Papst fungierte.

Um so interessanter ist es, dass es genau an dieser Stelle, von der die Sage berichtet, eine kleine, sehr in die Jahre gekommene, uralte Kapelle steht. Sie wird als Gedenkstätte für die Päpstin, die es wohl nie gab, genutzt.

Doch warum glauben die Leute seit Jahrhunderten, dass es Johanna gab und ausgerechnet hier starb??? Weil die Via die Quereceti früher Vicus Papissa (Viertel der Päpstin) hieß. Den Namen trug sie jedoch, weil dort ein weibliches Mitglied der vermögenden Dynastie "Papa" (Papst) ihr Haus hatte.

Deren Familienoberhaupt hieß übrigens....JOHANNES!

Komisch - oder? ;)


Corso Nr 494

Das Schaufenster, das eigentlich ein Brunnen ist....

 

Von der Piazza Venezia führt die Via del Corso ca. 1,5 km zur Piazza del Popolo. Auf dem Weg dorthin schlendert man entlang zahlloser Geschäfte, Restaurants, Kirchen....UND: ein Schaufenster, dass ein ziemlich "wichtiges" Geheimnis hinter sich bewahrt. Denn auf der Marmortafel über dem Schaufenster ist zu lesen, dass hier der erste öffentliche Brunnen  seit April 1572 durchgängig seinen Dienst tut. Doch was sieht man wirklich? Das Schaufenster eines Handtaschen-Ladens, dass zu Marketingzwecken das eigentliche Schauspiel verhindert.

Hintergrund des Brunnens: Anfang des 16. Jahrhunderts gab es in Rom zwar einige öffentliche Spitäler, diese reichten doch lange nicht aus, um alle Pilger zu betreuen, die jedes Jahr die Stadt besuchten. Vor allem die Syphiliskranken konnten nicht gut betreut werden. Diese konnten sich meist keine Behandlung leisten und waren im fortgeschrittenem Stadium nicht mehr fähig, sich selbst zu versorgen. Sie lungerten oft auf öffentlichen Plätzen herum. Um dieser Situation "Herr" zu weeden ließ Papst Leo X. den Um- und Ausbau eines Krankenhauses in Auftrag, dass nahe der Porta Flaminia (heute Porta del Popolo) lag, also des Stadttores, durch das die meisten Fremden Rom betraten. Es sollte dann fast 80 Jahre dauern, bis San Giacomo Augusta, das Spital für Unheilbare, vollendete war.

Während dieser Zeit entstand auch der Brunnen an seiner Fassade!


Tierische und tanzende Kirchtürme

 

Wer in der Nähe des Pantheon unterwegs ist, kann in unmittelbarer Nähe zueinander 2 kuriose Kirchtürme betrachten.

Der Kirchturm von Sant Eustachio lässt einen Hirschkopf mit Kreuz darauf erscheinen. Aber warum? Dieser verweist auf die Legende des hl. Eustachius, dem dieser Ort geweiht ist. Eigentlich hieß er Placidus und war Jäger und Heermeister einer Legion unter Kaiser Trajan. Als er eines Tages im Wald auf einen Hirsch anlegte, entdeckte er ein leuchtendes Kreuz zwischen seinem Geweih. Er glaubte außerdem, der Hirsch würde sprechen indem er sagte, er sei Jesus Christus.

Nach diesem Ereignis ließ er seine gesamte Familie taufen, lebte als Christ und trug ab dann den Namen Eustachius. Als sie sich weigerten, an einer angeordneten Opferfeier teilzunehmen, wurden sie zum Tode verurteilt. Doch der Löwe, dem sie vor geworfen wurden, legte sich friedlich zu ihren Füßen. Auch der Stoß in einen eisernen Stier, unter dem Feuer brannte, konnten ihnen nichts anhaben. 3 Tage später waren ihre Körper noch unversehrt. Daher wurden sie für heilig erklärt und an der Stelle des Martyriums wurde eine Kirche erbaut.

Im 17./18. Jahrhundert wurde von dem Bildhauer Paolo Morelli der steinerne Hirschkopf samt kreuz erschaffen.  

Die Kirche Sant Andrea del Fratte ist schon bemerkenswert anders, als andere Kirchen, die in dieser Epoche gebaut wurden. Der an der hinteren Seite aufgesetzte Campanile ist das einzige Bauteil aus weißem Marmor und scheint etwas schief zu stehen.

Wer ihn während des Glockengeläuts vom oberen Ende der Via Capo le Case beobachtet, kann mit bloßem Auge erkennen, wie sich der Turm im Rythmus des Glockenschlags bewegt... Er tanzt!

Der Rest ist schnörkellos gestaltet. Seit dem Neubau ab dem Jahr 1605 kamen die Bauarbeiten immer wieder zum erliegen. Mal ging das Geld aus oder die jeweiligen Bauherren verstarben. Bis heute ist der Bau unvollendet......